Hör mein Bitten - korkoncert

Hör mein Bitten - korkoncert

Hör mein Bitten - korkoncert

Donnerstag, 11. Juni 2026, 19:00 - 20:00 Uhr
Sankt Petri Kirke, Sankt Peders Stræde 2, 1452 København
Kantorei Sankt Petri, David Bendix Nielsen (orgel), Oksana Lubova (sopran), Jonathan Sievers (dirigent)
gratis entré

Torsdag, den 11. Juni kl. 19 Uhr
Hör mein Bitten – musik for kor og orgel
Kantorei Sankt Petri, David Bendix Nielsen – orgel, Oksana Lubova – sopran, Jonathan Sievers – dirigent
værker af Palestrina, Mendelssohn, Brahms, Bruckner, Navarro-Alonso m.fl.
gratis entré

Am 11. Juni lädt die Kantorei Sankt Petri zu einem Sommerkonzert mit Werken für Chor a-cappella und Chor mit Orgelbegleitung ein. Im Mittelpunkt des Programms stehen Psalmvertonungen von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), in denen die unterschiedlichen Facetten dieser alten Texte lebendig werden. In der Kantate „Hör mein Bitten“ nach Psalm 55 schildert Mendelssohn die Bitte um Gottes Hilfe, das Drohen der Feinde und schließlich die Hoffnung auf Erlösung ausgedrückt in der aufschwingenden Melodie des Solosoprans zu den Worten „O könnt ich fliegen wie Tauben dahin“. Die auf den Worten des 43. Psalms beruhende a-cappella Motette „Richte mich Gott“ komponierte Mendelssohn in seiner Eigenschaft als Generalmusikdirektor des preußischen Königshofs. Durch das psalmodierende unisono des Männerchores gefolgt von den Bittgesängen des Frauenchores entsteht eine düstere, unheilschwangere Atmosphäre. Bei den Worten „Sende dein Licht und deine Wahrheit“ schimmert die Hoffnung auf und die beiden Chorgruppen vereinen sich zu einem erhebenden Klangausbruch. Die Textpassage „und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott!“ wird durch vielstimmige, harfenähnliche Akkordfolgen musikalisch ausgedeutet. Am Ende der Motette bei den Worten „Was betrübst du dich meine Seele“ zitiert Mendelssohn die Melodie aus seinem zuvor entstandenen 42. Psalm für Chor, Orchester und Solisten, da beide Psalmen mit derselben Textpassage enden. Der erste Chor des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit“ gehört zu den schönsten melodischen Eingebungen der romantischen Chormusik. Etwa 300 Jahre früher hat schon der große Renaissance Komponist Palestrina (1525-1594) denselben Psalmtext in der lateinischen Motette „Sicut cervus desiderat“ auf eindrückliche Weise vertont. Selbst in dem strengen polyphonen Satz Palestrinas lässt sich die Sehnsucht des Psalmbeters nach Gottes Nähe heraushören. Heinrich Schütz (1585-1672) hat in seiner Geistlichen Chormusik von 1648 die in der italienischen Oper durch Monteverdi und andere entwickelten Neuerungen auf den Bereich der Kirchenmusik ausgedehnt. Im Gegensatz zu Palestrina deutet Schütz die biblischen Texte unmittelbarer und auf theatralische Weise aus. In der Vertonung des 31. Psalms „Herr, auf dich traue ich“ wird dies etwa deutlich bei der absteigenden Bewegung zu den Worten „Neige deine Ohren zu mir“ oder der hektischen Bewegung in der Textpassage „Ein Hort dahin ich immer fliehen möge“. Anders als Mendelssohn hat der österreichische Komponist Anton Bruckner (1824-1896) in seinen Chormotetten versucht eine Symbiose zwischen einem auf gregorianischen Melodien beruhenden archaischen Kirchenstil und einer neuen romantischen Ausdruckskraft zu finden. Besonders die Motette „Locus iste“ vermittelt einen lebendigen Eindruck von der katholisch-mystischen Ideenwelt Bruckners.
Abgerundet wird das Programm von der Kantate „Følg mig“ für Chor und Orgel des Komponisten und Organisten an der Vor Frelsers Kirke Peter Navarro-Alonso und der auf die gregorianische Melodie beruhenden Chorkomposition „Ubi caritas“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilos. Die Kantorei wird dasselbe Programm mit einigen Änderungen am 12.6. um 19:30 in der Haslev Kirke und am 14.6. um 14:00 Uhr in der tyska kyrkan Malmö singen.

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