Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte

Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte

Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte

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Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte

Sieben Wochen sind es von Aschermittwoch bis Ostern – und sieben Wochen von Ostern bis Pfingsten. Die biblischen Geschichten, die uns durch diese Wochen begleiten, zeigen die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Sie gehen mir nahe, weil ich das, was ich da lese und höre, oft selbst kenne. Oder weil mir Menschen einfallen, die genau so etwas miteinander oder mit Gott erleben: große Trauer und wagemutige Hoffnung. Liebe und Schmerz. Tiefe Enttäuschung und ungläubiges Staunen. Brutale Härte und große Verletzlichkeit. Furcht und Begeisterung.

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche in Deutschland regt in diesem Jahr dazu an, sich all diesen Gefühlen zu stellen. Ihr Motto heißt: „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“.

Denn manchmal braucht es Mut sich nicht abzuschotten. Sich keinen innerlichen Panzer zuzulegen, an dem das alles abprallt. All der Härte, Unbarmherzigkeit und Gewalt, die aus den Nachrichten schreit, nicht mit eigener Härte zu begegnen. Sondern sich immer wieder an den Gott zu erinnern, der der Welt ganz anders gegenüber tritt. Der sich verletzlich zeigt, berührbar, barmherzig. Dessen Liebe und Sanftmut, dessen Mit-Gefühl mit dieser Welt erfolglos zu sein scheint. Und der gerade dadurch seine Macht zeigt. Der an Ostern Steine ins Rollen bringt und selbst die Starre des Todes überwindet…

Ich will mich in diesen Wochen in so einem Mit- Gefühl üben. Mich einfühlen in Gottes Blick auf die Welt. Ob es mir gelingt, manchmal barmherziger zu sein – mit anderen und mit mir? Ob ich es schaffe, ein abgebrochenes Gespräch wieder aufzunehmen anstatt verletzt zu schweigen? Vielleicht suche ich gezielt danach, wo mir Barmherzigkeit begegnet, wer mir imponiert mit seinen Worten, seiner Friedfertigkeit, seiner unbändigen Hoffnung. Vielleicht nehme ich mir auch bewusst Zeit, das, was mir Angst macht und mich erschreckt, an mich heranzulassen. Dann kann ich mich entweder an Gott festklammern in allem, was schwer auszuhalten ist. Oder ich kann es ihm an den Kopf zu werfen und die Auseinandersetzung mit Gott suchen! Und natürlich will ich immer und immer wieder daran glauben, dass Gott mir und uns Wege zeigen kann aus allem, was verhärtet und erstarrt ist. Wie österlich diese Welt schon jetzt ist, allem zum Trotz.

Wie schön, dass ich manche Übungsschritte in diesen zweimal sieben Wochen mit euch gemeinsam gehen kann – in Gottesdiensten und Gesprächen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand oder am Telefon, im nächtlichen Dunkel oder mit der Ostersonne im Gesicht.   

 

Herzlich,

eure Hauptpastorin Christiane   

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